Präsenzveranstaltung: Vom Sandinismus zum Orteguismus
Wie konnte ein Befreiungsprojekt autoritär werden?
Nicaragua steht für eine der bedeutendsten Revolutionen Lateinamerikas. Der Sturz der Somoza-Diktatur
1979 weckte Hoffnungen auf soziale Gerechtigkeit, Demokratie und nationale
Selbstbestimmung. Die Sandinistische Revolution und die internationale Solidaritätsbewegung prägten eine ganze Generation politisch engagierter Menschen, doch aus dem einstigen Befreiungsprojekt entstand eine Diktatur.
Unter Daniel Ortega und Rosario Murillo wurde die politische Macht konzentriert, Oppositionelle werden erfolgt und Bürgerrechte eingeschränkt. Die Niederschlagung der Proteste 2018 markierte einen Wendepunkt. Die Verfassungsreform von 2025 festigte die autoritäre Herrschaft.
Wie konnte sich die FSLN von einer Befreiungsbewegung zu einem Instrument persönlicher und familiärer Macht entwickeln?
Waren autoritäre Strukturen bereits in der Revolution angelegt?
Warum konnten Partei und Gesellschaft diese Entwicklung nicht verhindern?
Welche Errungenschaften der Revolution bleiben dennoch bedeutsam?
Und wie muss die internationale Solidaritätsbewegung heute selbstkritisch auf die Entwicklung in Nicaragua zurückblicken?
Impulsvortrag von Matthias Schindler
Moderation: Annekathrin Link (LAF)
Ausgangspunkt der Diskussion ist das Buch von Matthias Schindler ,Nicaragua zwischen sandinistischer Revolution und Ortega-Diktatur”.
Gemeinsam diskutieren wir Ursachen, Verantwortung und demokratische Perspektiven.